Wo liegt Siebenbürgen?

Über Siebenbürgen

Die Grenze zwischen Abend- und Morgenland
Die Region im Karpatengürtel besitzt eine Größe von rund 56.000km² und hat viele verschiedene Bezeichnungen. Im Deutschen ist es als Siebenbürgen oder Transsilvanien bekannt, im Rumänischen als Transilvania oder Ardeal und im Ungarischen als Erdély. Ebenso vielfältig sind auch die Bewohner sowie deren Sprache und Kultur, denn es war meist das Durchzugsgebiet rivalisierender Mächte und markierte lange die Grenze zwischen Abend- und Morgenland. Geographisch betrachtet, liegt Siebenbürgen schön von den Ost- und Südkarpaten eingerahmt, im Herzen Rumäniens. Einst galt es als unabhängiges Land und gehört erst seit dem Jahr 1918 zu Rumänien, das 2007 Mitglied der EU wurde.

Die Hauptstadt Siebenbürgens
Klausenburg (Cluj Napoca oder ungarisch auch Kolozsvar) ist die Hauptstadt Siebenbürgens und außerdem Rumäniens zweitwichtigste Stadt. Sie verfügt über eine weltoffene Atmosphäre und verbindet gekonnt Moderne und Geschichte. In Cluj spricht man zwei bis drei Sprachen: In der Universität lernt man Rumänisch und Ungarisch, aber auch Deutsch hört man oft.

Die Ortsnamen tragen deutsche Namen
Da die Siebenbürger Sachsen deutscher Herkunft waren und sich in diesem Gebiet angesiedelt hatte, erkennt man auf der Karte viele Städte mit deutschem Namen. Sibiu heißt Hermannstadt, Brasov ist Kronstadt und Cluj Napoca ist als Klausenburg bekannt. Die Siebenbürger Sachsen wurden einst vom ungarischen König im 12. Jahrhundert in diesem Gebiet angesiedelt, deswegen tragen die Ortschaften auch heute noch deutsche Namen. Doch der Begriff „Sachsen“ ist irreführend, denn es handelte sich nur um einen kleinen Bruchteil um Sachsen, sondern vielmehr um Menschen aus allerlei deutschen Landen. Laut einer Statistik leben noch rund 175.000 Nachkommen der Siebenbürger Sachsen in diesem Gebiet und sprechen noch weitgehend Deutsch.

Das Herz Siebenbürgens
Im Dreieck zwischen Klausenburg (Cluj Napoca), Sibiu (Hermannstadt) und Kronstadt (Brasov) findet man alles, was Siebenbürgen an Tradition zu bieten hat. Seit einigen Jahren haben sich diese Städte, zusammen mit Schässburg (Sighisoara), zu beliebten Touristenzielen entpuppt. Obwohl Mediasch heute ein Industriestädtchen ist, erfreut es sich seit geraumer Zeit zunehmender Beliebtheit, da Teile der Stadtbefestigung und schöne Häuser am umstandenen Platz besichtigt werden können. Der beliebteste Ort für Touristen ist und bleibt jedoch der farbenfrohe und historische Ort Schässburg (Sighisoara), der einiges an Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten zu bieten hat. Es ist als würde man durch die Gassen des Mittelalters laufen, durch verwinkelte Gassen mit antiken Türmen und Mauern.

Weitere deutsche Städte in Siebenbürgen
Doch zwischen jenen bekannten Ortschaften Siebenbürgens verstecken sich viele weitere Dörfer der Siebenbürger Sachsen: Slimnic (Stolzenburg), Copsa Mica (Klein-Kopisch), Prostea Mare (Probstdorf), Vorumlot (Wurmloch), Cata (Katzendorf), Maerus (Nussbach), Feldioara (Marienburg) und viele mehr.

Charakteristiken der Dörfer der Siebenbürger Sachsen
Im Grunde sind es Dörfer, wie man sie aus Deutschland kennt, nur aus einer längst vergessenen Zeit. Da die rumänische Bevölkerung sich im Laufe der Jahre nicht um die Erhaltung der Häuser gekümmert hat, sind sie teilweise verfallen, teils aber auch gut erhalten. Außerdem findet man zahlreiche Klöster und Kirchen in Siebenbürgen.