Enteignung, Verfolgung und Flucht

Über Siebenbürgen

Durch das nationalsozialistische Hitlerregime waren die Deutschen in Rumänien verschrien und verfolgt. Sie mussten mit Zwangsaussiedlung, Flucht, Krieg und Kollektivverfolgung rechnen. Dies war das Ende der deutschen Minderheit in Rumänien. Infolge des Nichtangriffspakts zwischen Deutschland und der Sowjetunion im Jahre 1939 wurden Deutsche aus der nördlichen Bukowina und anderen Gebieten in das Reichsgebiet geführt. Im Anschluss daran vereinbarte Berlin eine Umsiedlung der deutschen Siedler aus anderen Gebieten. Im Jahre 1942 mussten die deutschen wehrfähigen aus Siebenbürgen zur SS eingezogen werden. Weitere Deutsche wurden in der Wehrmacht sowie für die Herstellung von Rüstung eingesetzt. Viele von ihnen starben im Krieg und nur wenige Überlebende konnten zurückkehren.

Verschleppung und Diskriminierung
Diejenigen, die nach Rumänien zurückkehrten, wurden in Gefangenschaft genommen. Für die Deutschen, die nach Rumänien zurückgekehrt waren, begannen viele Jahre der Verschleppung und Diskriminierung. Diese Situation machte es schwer für sie, weiter in Rumänien bleiben zu wollen. Den Deutschen in Rumänien wurde die Kollektivschuld an der „Teilnahme Rumäniens am Krieg sowie der Besetzung Rumäniens durch das nationalsozialistische Deutschland“ gegeben. Zu Beginn des Jahres 1945 wurden die arbeitsfähigen Deutschen in Rumänien zur Zwangsarbeit in Sowjetunion deportiert. Dabei wurden rund 75.000 Deutsche deportiert und 15% von ihnen starben in den Zwangsarbeitslagern.

Rückkehr in die Heimat
Bei der Rückkehr wurden viele von ihnen nicht nach Rumänien zurückgesandt, sondern in die von der Sowjetunion besetzte Zone in Deutschland. Andere konnten nach Westdeutschland oder Österreich gehen. Die restliche deutsche Bevölkerung, die in Rumänien verblieben war, wurde diskriminiert und verlor ihre politischen Rechte. Durch das Agrarreformrecht verloren sie auch ihren Besitz, sodass sie ihre Höfe inklusive Inventar verlassen mussten. Die geistige und politische Elite wurde nach 1948 gefangen genommen oder in Straf- und Arbeitslagern verbrannt.