Die Siebenbürger Sachsen unter kommunistischer Herrschaft

Über Siebenbürgen

Durch sowjetische Truppen erfolgte die Machtübernahme der Kommunisten in Rumänien. Im

Jahre 1945 trat die kommunistische Regierung ein. König Michael von Hohenzollern musste im Zuge dessen das Land verlassen. Politiker und Intellektuelle wurden inhaftiert, politische Parteien verboten, die Wirtschaft verstaatlicht, nicht-staatlichen Schulen aufgelöst und die Landwirtschaft sozialisiert.

Verfolgung und Diskriminierung
Obwohl die deutschen Siedler, die Siebenbürger Sachsen, meilenweit vom Kriegsgeschehen entfernt waren, wurden sie in Sippenhaft genommen. Anfang 1945 erfolgte die Deportation von 30.000 arbeitsfähigen Männer und Frauen zum Wiederaufbau in der Sowjetunion. Ein Drittel der Sachsen starb durch Hungersnot, Kälte oder Seuchen. Die Überlebenden arbeiteten bis im Jahre 1952 in Russlands. Jedoch wurden die Deutschen nicht in die Heimat zurücktransportiert, sondern in die sowjetische Besatzungszone in Deutschland. Somit wurden sie für viele Jahre von ihren Familien in Siebenbürgen getrennt.

Enteignung und Unterdrückung
Die in Siebenbürgen verbliebenen Siebenbürger Sachsen wurden im Land als „Hitleranhänger“ und „Hitleristen“ verschrien. Sie besaßen jahrelang keine politischen Rechte und waren der Willkür der Behörden ausgesetzt. Durch die kommunistischen Reformen im Jahre 1945 wurden die siebenbürgisch-sächsischen Bauern enteignet und mussten ihre Höfe verlassen, welche ihnen erst im Jahre 1956, völlig verwahrlost, zurückgesprochen wurden.

Nichtsdestotrotz ging den Siebenbürger Sachsen nicht so schlimm, wie deutschen Siedlern in anderen Ländern Osteuropas, die mit mit Vertreibung und Racheakten rechnen mussten.

Das kommunistische Regime zerstört das Verhältnis zu Rumänien
Bis zum Einsetzen der kommunistischen Diktatur waren 85% der Siebenbürger Sachsen selbstständig, doch durch die unrentable Arbeit in der LPG wurden viele zu Industriearbeitern oder erwarben einen Hochschulabschluss, sodass die Zahl der Hochschulabsolventen unverhältnismäßig war. Doch auch dies war gefährlich, da die Kommunisten Intellektuelle verfolgten.

Durch Enteignung und Unterdrückung im kommunistischen Regime hat sich die einst enge Bindung zu Siebenbürgen zunehmend gelockert. Ebenso ist das vertrauensvolle Verhältnis zum Staat Rumäniens stark erschüttert worden, sodass viele die Flucht als einzige Lösung sahen.