15. Aussiedlung und Flucht als einzige Möglichkeit

Über Siebenbürgen

Nach Jahren der Diskriminierung und Verschleppung trat erst nach dem Tod Stalins eine Wende für die Deutschen in Rumänien ein. Die Zwangslager wurden bis 1964 aufgelöst und die Deportierten und Evakuierten konnten wieder in ihre Wohnorte zurückkehren. Ebenso wurde der enteignete Besitz wieder zurückgegeben, nichtdestotrotz waren die Deutschen tief von der Diskriminierung, die ihnen wiederfahren war, erschüttert. Und was geschehen war, konnte man nicht mehr rückgängig machen – zu groß war der Verlust und das gebrochene Vertrauen. Die Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben wurden infolge des Krieges, der Flucht und Deportation von ihren Familien getrennt, ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage wurde zerstört, sie wurden sozial deklassiert und die Elite wurde getötet. Die Geschehnisse haben die Bindung zum einst heimatlichen Boden sowie das Verhältnis zum rumänischen Staat zerstört, jedoch nicht das zum rumänischen Volk, das sich weitestgehend tolerant und korrekt verhalten hatte. Spätestens als Nicolae Ceausescu offen über sein Vorhaben sprach, Rumänien zu einer einheitlichen und überdies sozialistischen Nation zu machen, war den Deutschen in Rumänien klar, dass das Vertrauen nicht mehr hergestellt werden kann.

Demzufolge war die Flucht oder Aussiedlung die einzige Lösung. Jedoch war an eine legale Auswanderung nicht zu denken.